Im 4. Rundbrief hatten wir ziemlich viel über das Rugarama Hospital geschrieben. Dieses Krankenhaus ist der Ort, an dem Isa&Christian 9 Monate gearbeitet haben und an dem Christian für drei Wochen lang, im Dezember 2008 ein Praktikum gemacht hat.Seit Januar bietet Steffi jeden Donnerstag eine Kinderstunde für „Jung und Alt“ und „Krank & Gesund“ an.
Da es für alle, die noch nie in Uganda waren, sehr schwer ist, sich ein Krankenhaus vorzustellen möchten wir euch in diesem Blogeintrag zu einer Besichtigung einladen. :-)
Das Rugarama Krankenhaus ist - für Afrika – gut ausgestattet.
Hier als erstes die Außenansicht.
Tretet ein, der Wachmann am Tor macht euch nichts! ;) In Uganda ist es normal, dass fast überall und fast jeder einen Wachmann (oft mit großem Gewehr) hat.
An der Rezeption vorbei, bei der man 3000 UgS (ca. 1,50 Euro) zahlt...
...um im Wartezimmer auf Holzbänken Platz nehmen zu dürfen......
Das Hospital ist von der Diozese und somit beginnt hier der Arbeitstag mit Gesang, Gebet und einer Morgenandacht. Diese wird immer in Rukiga übersetzt, da auch viele Patienten zuhören und es ja schade wäre, wenn diese nichts verstehen. Diese Morgenandacht findet im Wartezimmer statt.
Nach dem Warten gehts ins Behandlungszimmer, von welchem es einige gibt.
Je nach Beschwerden oder Anzeichen wird man ins Labor weiter geschickt, um sich auf HIV, Malaria, Brucelose, Typhus, Hepatitis, Schwangerschaft und sehr vieles mehr testen zu lassen.
Entweder bekommt man dann Medikamente verschrieben, die man gleich in der Apotheke neben dem Wartezimmer kaufen kann...
...oder man wird eingewiesen und darf entweder im Männer- oder Frauenward einige Tage/Wochen... in einem Bett liegen.
Diese Zimmer sind ziemlich eng, ein Bett ist neben dem anderen und es riecht recht streng. Anders als in Deutschland gibt es hier nicht die Krankenschwester, wie wir sie von deutschem Standard her kennen. Hier kommen die Verwandten und kümmern sich um den Patient. Sie rollen ihre Bastmatte aus und schlafen neben dem Bett des Kranken, waschen ihn, seine Kleidung, kochen und füttern ihn. Dementsprechend wimmelt es nur so von Menschen, weil jeder Patient seine Angehörigen dabei hat. Insgesamt gibt es 80 Betten.
Nun habt ihr das Erdgeschoss kennen gelernt. Wie wäre es, Fred im Augenzentrum zu besuchen?
Hier werden nicht nur Sehtests und graue-Star-Operationen durchgeführt, nein, Fred (Augenarzt) stellt auch Brillen her. Die meisten sind (aus unserer Sicht) etwas altmodische Brillen, aber „Hauptsache man sieht wieder was“ (Fred).
In einem extra Gebäude auf dem Krankenhausgelände befindet sich das „Dental Departement“: Die Zahnklinik.
Hier arbeitet Colin. Die Ausstattung kommt aus Europa und ist überraschend gut. Auch Gebisse etc. kann man sich hier machen lassen.
Hinter dem Hauptgebäude befindet sich die Kinderstation.
Hier gibt es einen Raum, in dem „Frühchen“ im Brutkasten Überlebenschancen erhalten. Wir haben beide noch nie in unserem Leben so winzig, kleine Babys gesehen. Faszinierend, diese kleinen Geschöpfe. :-)
Einen Raum in dem Kinder zur Welt gebracht werden und 3 Räume, in denen die Betten für die kranken Kids stehen, findet man hier im Kindergebäude.
Neben dem Kindergebäude ist eine Milchküche, in der für die mangelernährten Kinder Milch mit Öl gekocht wird.
Es gibt ziemlich viele mangelernährte Kinder, darum gibt es eine Mitarbeiterin hier, die einmal in der Woche einen Unterricht für Mütter anbietet, bei dem sie erklärt, wie und mit welchen Zutaten sie kochen können/sollen. Zusätzlich gibt es mittwochs eine Kochveranstaltung, bei der man praktisch das Kochen lernen kann.
Hinter der Kinder-Krankenstation befindet sich der Playroom. Ein Spielraum für die kranken Kinder. Hier gibt es viele schöne Spielsachen und auch der Raum ist sehr schön.

Außerhalb ist eine große Grünfläche, auf der sich die ganzen Angehörigen aufhalten, die Wäsche trocknen, schlafen... Es gibt auf dem Gelände auch eine Outdoor-Küche, wo Familienmitglieder für die Kranken auf kleinen Stöfchen kochen können.
Wir hoffen, ihr könnt euch nun etwas vorstellen, wie das Rugarama Hospital aussieht und euch hat der Rundgang gefallen. ;-)

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen