Good Samaritian Fond
Ihr erinnert euch bestimmt daran, dass wir bei unserer Führung durch die Hornby High School Henry getroffen hatten, welcher in höchsten Tönen den „Good Samaritian Fond“ lobte.
Irgendwie ließ uns dieses Thema nicht ganz los und so informierten wir uns einige Tage später weiter über diese kleine Organisation, hier im Kabale-District.
Der Verantwortliche, Reverent (Pfarrer) Christopher, ein Ugander, ist sehr freundlich und hat uns viel erklärt. Zudem bot er uns an, uns seine Arbeit zu zeigen. Danach könnten wir entscheiden, ob wir einigen Kindern in Not helfen möchten.
Steffi hat hier Einblick in eine christliche Organisation (Compassion) erhalten, welche im Internet sehr positiv und vertrauenswürdig dargestellt wird – doch die Realität ist das Gegenteil!
Durch diese Enttäuschung hatten wir den Entschluss gefasst, keinerlei Geld mehr an große Organisationen zu spenden, da das Resultat oft niederschmetternd ist.
So nahmen wir dankend die Einladung an und wollten sehen, was mit den Spenden-Geldern passiert.
Am Dienstag den 24.02.09 zogen wir mit Rev. Christopher los einige Waisenkinder, welche er betreut, zu besuchen.
Einige neugierige Kids kamen, auf unserem Marsch zur ersten Lehmhütte angerannt, um sich „Muzungus“ anzuschauen.
Unterwegs erklärte er uns, dass wirklich nur absolut bedürftige Kinder Geld und Hilfeleistungen erhalten. Aber er findet es nicht gut, wenn sie nur Geld kassieren, ohne selber zu kämpfen und sich zu helfen. Oft spenden Menschen, die nicht viel verdienen und dafür hart arbeiten. Darum ist es nur fair, wenn die Armen und Waisen, sich nicht nur finanzieren lassen. Seiner Meinung können wir zustimmen. Zudem sieht er das Risiko, wenn der Sponsor abspringt, dass sich das Kind nicht selber helfen kann.
Bei Kindern, deren beide Elternteile verstorben sind, ist die Armut und die Trauer groß. Sie bekommen zum Teil die Schulausbildung bezahlt, aber zudem wird ihnen beigebracht, wie sie selber Geld verdienen können. Ihnen wird erklärt wie man die verschiedensten Gemüsearten anbaut um etwas zu Essen zu haben und zudem bekommen sie ein Schwein oder eine Ziege geschenkt. Tiere sind hier Geldanlagen. Nach einigen Wochen bekommen sie Junge und wenn Geldknappheit herrscht (z.B. wenn Schulgeld gezahlt werden muss) kann man einige Ziegen verkaufen.
Zudem gibt es von den Kirchen Äcker, auf welchen diese Armen- und Waisenkinder hacken können um so Geld zu verdienen.
Wir finden es positiv, dass sie nicht nur Geldgeschenke erhalten, sondern auch beigebracht bekommen selber für sich zu sorgen und mithelfen.
Rev. Christopher führte uns in ein Viertel, etwas außerhalb von Kabale, welches aus vielen, kleinen Lehmhütten besteht.
Das erste Mädchen, welches wir besuchten ist ca. 15 Jahre alt und hat beide Eltern verloren. Zudem gibt es keine Verwandten, bei denen sie aufwachsen und wohnen kann. Zusammen mit ihren 3 kleinen Schwestern und einer sehr alten Oma lebt sie in einer kleinen Lehmhütte.
Auf diesem Foto seht ihr im Vordergrund ihre drei Schwestern. Im Hintergrund ist die Oma mit einem Baby, einer verstorbenen Tante.
Der Teenager erzählte uns, dass ihr Rev. Christopher erklärt hat, wie sie Gemüse anbauen können, er hat ihnen etwas Geld für Kleidung gegeben und finanziert zum Teil ihren Schwestern die Schulausbildung. Sie hat auch einen großen Bruder, welcher wegen Drogenhandels im Gefängnis sitzt. Sie selber hatte niemals die Möglichkeit eine Schule zu besuchen, hat aber eine Ausbildungsstätte ausfindig machen können, welche für Mädchen ohne Schulausbildung eine Ausbildung zur Schneiderin anbietet. Durch den Good Samaritian Fond hat sie die Möglichkeit diese Schule zu besuchen. Stolz hat sie uns ihre Nähmaschine, ihr Heft und ihre Arbeiten gezeigt. Da sie nicht genug Geld hat, näht sie ihre Übungs-Kleidung aus Papier. Sie hat uns erzählt, dass sie nach ihrer Ausbildung für eine Schule arbeiten möchte und dort für alle Kids Schuluniformen zu nähen. Damit würde sie genug Geld verdienen um ihren Schwestern + Oma + Pflegekind ein Leben und hoffentlich für alle eine Ausbildung finanzieren zu können.
Für sie ist es sehr schwer, eine Mutter, ein Vater, ein Teenager, der Versorger und die Verantwortliche für 6 Personen zu sein.
Die kleine Lehmhütte ist wirklich sehr ärmlich eingerichtet. Auch der Fußboden ist aus Lehm und dadurch uneben. Zum Schlafen wird eine kleine Bastmatte ausgerollt.
Danach ging es einige Lehmhütten weiter, zu einem Mädchen mit dem gleichen Schicksal.
Hier seht ihr das Haus der elternlosen Familie.

Zwei kleine Geschwister.

Rev. Christopher nahm sich der 4 Geschwistern an und suchte eine Bleibe für sie. In diesem Lehmaus wohnt ein altes Ehepaar, welches mit den Kindern verwandt ist. Diese haben aber bereits schon von einer anderen Familie Kinder aufgenommen und hatten nicht die finanziellen Möglichkeiten, noch mehr Kinder bei sich wohnen zu lassen. Zum Glück hat Rev. Christopher nach langer Überzeugungskunst den Kids ermöglichen können, bei ihnen eine Bleibe zu finden. Die Älteste der Waisenkinder, geht zusammen mit dem Mädchen vom ersten Besuch auf die Schneiderschule. Beide sind gute Freundinnen geworden und teilen die selbe Leidensgeschichte. Auch diese Kinder werden vom Good Samaritian Fond unterstützt.Als wir uns verabschieden mussten waren die Teens & Kids traurig und begleiteten uns noch ein wenig. Das eine Mädchen hatte sich sofort in Steffi verliebt und ließ sie am Ende des Wegs gar nicht mehr los. Mit viel Überredungskunst der Schwester, ließ sie mich dann doch gehen.
Das Mädchen im Hintergrund, im blauen Pulli, ist diejenige, welche wir als erstes besucht hatten. Das Mädchen an Steffis Hand ist eine Schwester des Mädchens vom zweiten Besuch.
Ziemlich kompliziert, da wir uns die (für uns sehr fremden) Rukiga-Namen nicht merken können. Sorry.
Als dritten und letzten Hausbesuch ging es zu der, uns schon bekannten, Hornby-High-School.
Wie einige Blog-Einträge zuvor beschrieben, finden blinde Kinder dort ein zu Hause und eine Ausbildung.
So auch dieser blinde Junge.
(neben ihm seht ihr Rev. Christopher)
Seine Mutter ist allein erziehend und lebt selber in Armut, nur um ihrem Sohn eine Ausbildung finanzieren zu können. Damit aus Geldmangel seine Schulausbildung nicht stoppen muss, möchte ihn der Good Samaritian Fond, sobald wieder genug Geld zusammen gekommen ist, ebenfalls fördern.
Auf unserem Heimweg waren wir sehr nachdenklich. Wie viele Waisenkinder hier in Kabale ihr Leben meistern müssen. Ohne Eltern aufwachsen und nicht wissen, was sie am nächsten Tag essen sollen, die Schulausbildung bezahlen, aber dennoch so dankbar sind und nicht aufgeben.
Rev. Christopher hat uns sehr begeistert. Er ist sehr liebevoll zu den Kindern, fasst sie an, streichelt sie, auch wenn sie sehr arm, dreckig evtl. krank sind und etwas heruntergekommen aussehen.
Er ist so herzlich und freundlich und viele Waisenkinder nennen ihn Papa.
Zudem geht er sie so oft es möglich ist besuchen, macht ihnen Hoffnung, gibt Tipps und sieht auch, ob sie seine Ratschläge befolgen, wie es ihnen geht, wie die Schulnoten sind und wo Hilfe am meisten ansteht.
Natürlich wurden wir, oder eher unsere bleiche Haut, von neugierigen Ugandern angeschaut.


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