Mythen und lustige Geschichten aus Uganda Teil I
Wir haben während unserer Zeit in Uganda so mancherlei komische Dinge, die nicht der Wahrheit entsprechen, aber von dem größten Teil der Bevölkerung geglaubt und befolgt werden, zusammen gesammelt. Zudem noch andere, äußerst komische und lustige Stories aus Uganda.
Bedienung eines Handys
Während Regen oder Gewitter muss unbedingt das Handy aus geschaltet werden, da es sonst einen Schaden davon tragen kann.
Regen – höchste Malaria-Gefahr
Ugander haben ziemlich Angst vor Regen. Es ist gefährlich durch den Regen zu laufen, da man davon/dadurch Malaria bekommen kann.
Warning – toxic body lotion
Cremes und Bodylotions sind giftig. Darum schmiert man sich besser mit einem Käse namens „Gee“ ein, welcher deine Haut weich machen soll. Die verlobten Frauen bleiben einen Monat vor der Hochzeit zu Hause um sich jeden Tag mit diesem „Gee“ einzureiben um an der Hochzeit weiche Babyhaut zu haben.
Danger – Gekko kills men
Die kleinen Gekkos, welche hier in jedem Haus mit leben sind ebenfalls sehr gefährlich. Wenn man einen sieht, sollte man ihn erschlagen, da sie ihren Schwanz ganz hart machen können und dich damit schlagen oder verletzen. Aber manche Studenten hier wissen auch, dass sie sehr nützlich sind, da sie die Moskitos fressen.
Saft, der dich 130 Jahre alt werden lässt
Zudem gibt es den Mythos, dass Menschen in der Lage seien, sich eine Saftpresse zu bauen. Den selbst gepressten Saft mischt man mit Milch und noch einer anderen Zutat (wir haben sie leider vergessen). Dieses Getränk verhilft dir zu einem 130 Jahre langem Leben.
Was haben Kühe mit manchen Ugandern gemeinsam?
In einer Deutschstunde, wir lernten gerade die Tiere auf deutsch, erzählte Steffi von Kuhställen. In Uganda laufen die Tiere alle auf den Lehmwegen spazieren und suchen sich etwas zu essen. Niemand würde hier ein Haus für sein Tier bauen. Dass deutsche Viehzucht überwiegend in Ställen stattfindet und unter welchen Bedingungen, war die erste große Verwunderung unserer Studenten. Doch Steffis Beobachtung von Kühen, welche im Stall aufgewachsen sind und Jahre später einmal auf eine Weide gestellt wurden, rief einen Lachkrampf hervor. Sie berichtete, dass die Kühe in der selben Reihenfolge, sich aneinander in einer Reihe auf die Weide stellten, ohne sich zu bewegen oder durcheinander herumzulaufen um zu grasen.
Daraufhin erwiderte Joseph. „Ich kann die Kühe verstehen. In Uganda trägt der Großteil der Bevölkerung ihr Gepäck auf dem Kopf herum. Ugander, die sehr selten, oder zum ersten mal in einem Auto mitfahren, lassen während der Fahrt all ihr Gepäck auf dem Kopf, weil sie nicht wissen, dass ihr Gepäck auch mit ihnen fährt, wenn es im Kofferraum, oder neben ihnen auf dem Sitz steht.“

Harry Potter lebt
Ein Student fragte uns eines abends: „Habt ihr in Deutschland auch so große Angst vor Harry Potter? Der soll ja so schlimm sein.“ Christian guckt ihn etwas verwirrt an und meinte: „Du weißt schon, dass es den nicht gibt?!“ „Natürlich gibt’s den. Die Leute reden so viel von ihm und seinen dunklen Mächten.“ „Nein, er ist rein fiktiv. Eine Romanfigur. Den gibt es nur im Buch!“ „OOOoohhh! Aber dann ist wenigstens das Buch sehr gefährlich?“
Stefano und Christiano – zwei italienische Mafiosi
Nach einem deutschen Abend betete Geoffrey mit uns. Hier ist es so üblich, dass man betet, bevor man das Haus als Gast wieder verlässt. Nach den ersten paar Sätzen kam: „And I thank Christiano and Stefano so much....“ („Und ich danke Stephano und Christiano so sehr...“). Über unser Gesicht breitete sich ein riesen Grinsen aus! Er sprach unsere Namen so italienisch aus, dass es in diesem Slang so klang, als redete er von 2 italienischen Mafiosi: Stefano and Christiano!!!
iPod gefüllt mit Viren
Nach diesem bereits genannten deutschen Abend blieb einer der Studenten noch einen Moment bei uns, um von uns die Installations-Datei für eine Antiviren-Software überspielt zu bekommen. Seinen mitgebrachten, gefälschten ''iPod'' lies Christian erstmal nach Viren durchsuchen. Bereits bei 0.5 Prozent fanden sich 10 Viren. Es folgten weitere 25! Am Ende war uns klar, dass er die Antiviren-Software dringend nötig hat.
Aufgeschlossenheit ist tödlich
Nach einem Essen mit Studenten fragten wir: „Seid ihr schon satt? Ihr könnt doch so viel Essen. Es ist noch was da. Bedient euch!“ Doch die Antwort kam: „Nein! Wir dürfen auf keinen Fall viel von dem neuen Essen verspeisen, weil wenn der Bauch zu voll ist mit ungewohntem Essen, dann wachen wir morgen früh nicht mehr auf.“
Die Ugander glauben fest daran. Wir schüttelten den Kopf und meinten: „Wir sterben doch auch nicht davon und alle Zutaten haben wir in Uganda gekauft! Ihr werdet sicherlich weiterleben, auch wenn ihr viel esst.“ Doch irgendwie waren wir nicht besonders überzeugend....
Tote im Nebenzimmer?
Während der Graduation-Feierlichkeiten an der Universität (24. Oktober 2008) bekamen wir eine Mitbewohnerin in unser Gästehaus einquatiert. Unsere Nachbarin Liz meinte, dass sie sehr alt sei und als wir sie sahen, hätten wir nicht gedacht, dass eine so alte Frau noch in Uganda freiwillige Arbeit leisten könnte. Jedenfalls blieb sie zwei Nächte bei uns.
Am Tag ihrer Abreise wollte sie früh morgens den Postbus von Kabale nach Kampala nehmen. Dies bedeutete für sie etwa gegen 5:30 Uhr aufzustehen.
Dieser Morgen zählt zu den schlimmsten unseres Aufenthaltes!
Gegen 5:30 Uhr klingelte im Nachbarzimmer ein Wecker in sehr schrillem, immer schneller werdenden Ton. Wir beide saßen sofort senkrecht im Bett. Noch nie hatten wir einen so lauten und schrillen Wecker gehört. Nach etwa 15 Minuten meinte Steffi erschrocken: „Du, geh doch mal nachschauen. Vielleicht ist sie tot.“ (so einen Wecker kann man nicht (!) überhören) Zudem hatte schon ihr Taxifahrer an der Tür geklopft und wartete auf sie.
Also klopfte ich (Christian) an die Tür unseres Gastes. Im Zimmer hörte ich eine Person im Bett zucken und sie rief: „What's the time? Am I too late?“ (Wieviel Uhr ist es? Bin ich zu spät?)
Ich antwortete in gelassener Stimme, dass sie noch genug Zeit habe, aber doch bitte ihren Wecker ausschalten solle. Die letzte Nachricht erreichte sie anscheinend nicht und so mussten wir noch etwa eine halbe Stunde lang das Klingeln des Weckers ertragen, da die Frequenz für die alte Frau allem Anschein nach zu hoch gewesen war. Sie machte sich nämlich noch in aller Ruhe im Bad fertig, bis sie ihre Tasche packte und den Wecker vermutlich durch das Einpacken ausschaltete. Nachdem sie von einem Taxifahrer abgeholt wurde konnten wir noch einmal versuchen in Ruhe zu schlafen.
Katz und Maus Spiel oder Maus und Katz Spiel?
Einige Abende konnten wir eine kleine Maus unter unserer Wohnzimmertür ins Haus rennen sehen. Da sie sicherlich freien Zutritt in unsere Speisekammer wollte, mussten wir dafür sorgen, dass sie nicht wieder kommen konnte. Wir versuchten es mit einer Mäusefalle – doch ohne Erfolg.
Einige Tage darauf fragten wir Liz, ob wir nicht Pussy ausleihen könnten für einen Abend um die Maus zu fangen. Liz willigte ein uns so hatten wir für einige Stunden Pussy zu Gast in unserem Haus. Doch diese schien nicht an der Maus interessiert zu sein. Wir setzten sie in die Speisekammer, gaben ihr etwas Käse, sodass sie dort blieb. Zuvor hatten wir die Maus in die Speisekammer rennen sehen. Christian schlug mit einem Stock hinter den Kühlschrank und auf der anderen Seite kam die Maus hervor, schlich hinter der Katze lang, Christian schrie die Katze an, doch endlich diese Maus zu fangen, doch ohne Erfolg, die Maus versteckte sich nun unter dem Ofen. Die Katze hatte die Maus mittlerweile jedoch gerochen und setzte sich vor den Ofen. Christian hob den Ofen hoch und die Katze sprang drunter. Jedoch konnte die Maus bereits entwischen durch ein Loch. Dies hat die Katze jedoch nicht mitbekommen und wartete unter dem Ofen, den Christian einige Minuten halten musste, weil die Katze zu doof war. Das langsame Absenken des Ofen brachte die Katze schließlich doch dazu, unter dem Ofen raus zu kommen. In der Zwischenzeit hatte sich die Maus in eines der Nebenzimmer gerettet. Wir stellten Kisten und Schuhe vor den Ausgang, sodass die Maus in dem Zimmer festsitzten würde. Das größere Problem war jedoch die Katze in das Zimmer zu bekommen, da diese immer noch dachte, dass die Maus unter dem Ofen wäre. Letzten Endes gelang es uns die Katze in das Zimmer der Maus zu bringen und dort begann dann die Jagt nach der Maus. Ziemlich schnell hatte die Katze die Maus aufgespürt und begann mit ihr zu spielen. Die Maus war verloren. Ein Hieb der Katze machte die Maus nahezu bewegungsunfähig, sodass sie nur noch torkelte. Die Katze hatte ihren Spaß, wartete, bis die Maus versuchte abzuhauen und versetzte ihr den nächsten Hieb, bis ein Biss ihr den Tot brachte. Diese Aktion dauerte wohl bemerkt einige Studen.

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