Samstags kam Colin von seiner Zahnärzte-Ausbildung vom Kongo zurück (ja, in diesem Land ist noch Krieg, da es aber fast keine Zahnärzte gibt, hat sich Colin bereit erklärt dort einen zweiwöchigen Lehrgang anzubieten). Im Schlepptau hatte er Todd, einen Engländer, der angeblich kam um ein „Research“ für eine Organisation durchzuführen. Hinterher stellte sich heraus, dass er gerade mit seinem Abi fertig ist und durch Afrika reißt. Eine kostenlose Unterkunft nimmt man ja gerne.. Ok...
Am Sonntag den 22.02.09 machten wir uns zu Viert auf den Weg zum Lake Bunyonyi. Allen Afrikanern, welchen wir von unserem Vorhaben erzählten, die 10km (hin und zurück sind es 20 km) zu Fuß zu laufen, warnten uns davor und meinten, dies wäre viel zu weit und nicht möglich. Ein „Muzungu“ kann das nicht! Alle Afrikaner, auch die gebildeten Studenten haben alle (wir haben noch nie einen Afrikaner mit anderer Meinung getroffen!) das Bild von Weißen, dass diese nicht laufen können, weil sie immer nur Auto fahren. Dass es uns Spaß macht Sport zu machen und durch die Natur zu wandern, anstatt von einem Taxi durch die Schlaglöcher geschüttelt zu werden, war für sie neu. Außerdem sparen wir dadurch Geld. So ganz glaubten uns unsere ugandischen Freunde dies alles nicht, sahen uns aber den folgenden Tag aus der Stadt hinaus laufen und waren ganz baff: „Die laufen ja wirklich!!“
Die letzten Wochen in Kabale war es sehr verregnet und total kalt. Wir hatten nahezu alle Kleidung, welche wir dabei haben an und froren dennoch.
An diesem Vormittag war es allerdings so heiß! Colin und wir waren uns einig: So einen heißen Tag hatten wir in Kabale noch nicht erlebt! In der Sonne brütend wanderten wir zum Lake.
Steffi entdeckte unterwegs natürlich süße Kids, welche begrüßt werden mussten. ;-)

Am Lake angekommen zog sich der Himmel zu und es wurde kälter.
Danke... den ganzen Weg, die ganze bergauf- bergab Tour bei der wir nur so schwitzten, hätten wir einige Wolken gebraucht.
Die Wanderung war anstrengend, doch bis zur Insel fuhren wir mit einem kleinen Motorboot.

Zu unserem erstaunen fahren die Afrikaner meistens Kanu, obwohl sie nicht schwimmen können. Auch unsere Freunde von der Uni können nicht schwimmen.
Auf Bushara angekommen wurde Mittagessen bestellt (man bestellt dies min. 1 Stunde vorher, da die Zubereitung so lange dauert) und ab gings ins Wasser.

Am See war eine kleine Gruppe deutscher, welche sich ein bisschen über Christian lustig machten, da er nach wie vor Angst hat, im tiefen Wasser zu schwimmen. Da wir uns auf Englisch mit ihnen unterhalten hatten (Colin und Todd können ja kein Deutsch), wussten sie nichts von unserer Nationalität. :-)Chris schaffte es bis zu der kleinen Plattform zu schwimmen und legte sich dort bequem hin. Als er wieder aufstand war sein ganzer Rücken voll mit Vogelkot. ;-) Lecker!
Achja... kaum waren wir auf Bushara angekommen fing es an zu regnen! Dennoch gingen wir ins Wasser. Wir wären ja eh nass geworden.
Nach der Erfrischung im kalten See, waren die Männer ganz wild darauf zum Rope-Swing zu kommen. Da holte Todd eine Kamera hervor... wir 3 wären fast rückwärts umgefallen, als wir seine – mehr als perfekte – Ausrüstung gesehen haben!
Auf jeden Fall sind wir ihm dankbar für die genialen Fotos, welche seine Kamera von uns machte.
Fragt ihr euch jetzt: „Und was ist der Rope Swing?“
Hier einige Impressionen:Christian am Rope-Swing






Wie er von seiner horizontalen Lage so senkrecht nach unten fallen konnte?! Das kann er euch auch nicht erklären! :-)
Und hier sein glückliches Gesicht nach einem Bauch- und Gesichtsplatscher!
Colin am Rope-Swing



Todd am Rope-Swing


Und Steffi?
Nachdem ich die knallroten Rücken gesehen und das Jammern der Männer nach einem Bauchplatscher live miterlebt habe, entschied ich mich, dass zuschauen wir lustiger ist, als selber hart zu landen.
Warum wir so neugierig nach oben schauen? Nun ja.. eigentlich ist dort ein Podest, von welchem man mit viel Anlauf herunter schwingen kann. Leider brach es einige Tage zuvor, wie uns mit vielen Entschuldigungen die Frau im Restaurant später berichtete, sodass die Jungs auf den kleinen Hügel klettern mussten, um genug Schwung zu bekommen.
Zum Mittagessen gabs „grey fish“. Das ist so etwas wie Schrimps. Die leben im Lake Bunyonyi, darum sind sie auf Bushara so günstig. Zum Nachtisch bestellten wir Crepe mit Schokoladensoße, doch leider waren sie total versalzen... :-( Hat gar nicht geschmeckt.
Danach entdeckten wir einen ganz besonderen Vogel mit langem Gefieder. Bushara ist berühmt für die Vogelvielfalt. Wir freuten uns, einen dieser Vögel aufzufinden.

Als wir uns am See etwas auf den Liegestühlen ausruhen wollten und gerade unsere Handtücher ausgebreitet hatten – fing es wieder an zu regnen! Ist das nicht fies?
Nun warteten wir in einer kleinen Hütte bis der Regen aufhörte und das war genau dann, als das Motorboot uns abholte um uns an Land zu bringen.
Auf dem Weg nach Kabale wurden wir um eine Erfahrung reicher. Wir lügen und übertreiben nicht, aber wenn wir es nicht selber erlebt hätten, würden wir es auch nicht glauben.
Wir waren gerade mitten im Wald, als es heftig anfing zu schütten. Innerhalb weniger Minuten waren wir bis auf die Haut richtig nass. Von einem Steinbruch kamen Bäche von Wasser herunter und wir warteten durch den Schlamm (der Weg hatte sich innerhalb von 10 Minuten zu einem Fluss entwickelt und der Lehm weichte auf) bis es auf einmal anfing zu Hageln!!!! Ja – das ist kein Spaß! Es hagelte – in Afrika! Wir hätten zu gerne ein Foto gemacht, aber keiner wollte riskieren, dass seine Kamera kaputt geht. Sorry. Der Hagel tat ziemlich weh und zudem sahen wir total bescheuert aus. Steffi hatte eine weiße Hose an, welche durchsichtig wurde. Hier in Uganda sind Oberschenkel absolut privat (darum sind Hosen auch nicht so gerne gesehen, weil sie die Form des Oberschenkels zeigen), sodass sich Steffi, dumm wie es aussieht, ein Handtuch umwickeln musste.Handtuch und Hose sind immer noch leicht bräunlich – der Lehm ist hartnäckig und geht mit Handwäsche nicht richtig raus.
Aber nach über einer Stunde kamen wir durch gefroren an der Uni an. Könnt ihr euch vorstellen, wie uns unsere Studenten angeschaut haben?!

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