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Freitag, 15. Mai 2009

Ugandan Lifestyle

Dass das Leben in Uganda anders ist als in Deutschland war uns klar. Aber wie genau die Unterschiede aussehen und was hier in der Kultur ganz normal ist, haben wir vor Ort hautnah miterleben dürfen.
Autos sind Teuer. Schubkarren gibt es fast keine, zudem sind sie aufgrund der vielen Schlaglöcher schwer einsetzbar. Darum sind Fahrräder eine große Hilfe. Täglich sieht man viele Ugander ihre Ware oder ihren Einkauf auf einem Rad den Berg hinaus schieben.


Kein fließendes Wasser.. Täglich müssen viele Haushalte mit der Gerrycan Wasser holen gehen, wie z.B. hier in diesem Bach in Kabale.


Dabei geht leicht mal der Verschluss verloren. Damit Mann oder besser gesagt Kind nicht nass wird, muss ein neuer Verschluss her. Wie wäre es mit einer Kochbanane? Diese eignet sich ideal als Verschluss. Ja, Autos sind selten. Staßenbahnen und Linienbusse gibt es nicht.
Und wie Reisen dann die Afrikaner?
Genau so:
Als wir an Afrika dachten, haben wir uns vorgestellt, dass die Ugander bestimmt alle in runden, kleinen Lehmhütten mit Strohdächern leben. Rund sind die wenigsten Häuser. Aus Lehm aber viele. Aber fast alle haben ein einfaches Wellblechdach. Bei dem vielen Regen, müsste man sonst auch alle zwei Tage das Dach ausbessern.
Ein Student erklärte uns stolz, dass es eine neue Innovation - die „dauerhaften Häuser“ - in Uganda gibt. Sie werden aus Steinen und nicht aus Lehm gebaut und halten viel länger. Hier eines der neuen Häuser.
Und eins mit Ladensschild und einem süßen Mädchen im Vordergrund. Hier ist ein Lehmhaus.

Ein Fahrradreperatur-Geschäft.

Ein kleiner Kartoffelladen. Ugander bauen sehr gerne ihre Ware zu kleinen Türmchen auf.


Oft müssen die ganz kleinen schon auf die ganz Großen aufpassen, wie hier der Junge auf das Rind.


Lust auf Annanas? Die gibt es frisch vom Feld auf dem Fahrrad-Laden zu kaufen. Die Männer stehen am Straßenrand und warten auf Kunden, welchen sie eine Annanas aus ihrem Korb verkaufen möchten.


Oder doch lieber einen neuen Schuh? Oder den alten reparieren lassen? Dafür ist dieser Mann verantwortlich.


Eine große Straße in Uganda. Rechts und links findet man Häuser, Geschäfte und neugierige Kinder. Kühe haben in Uganda kein Gehege. Sie werden den ganzen Tag laufen gelassen, damit sie sich ihr Essen selber suchen. Darum ist es ganz normal, dass man bei jedem Spaziergang oder Einkauf nicht nur an Menschen, sonder auch allerhand Getier vorbei läuft.


Manche Ugander besitzen einen kleinen Laden. Andere ein Fahrrad, doch manche weder das eine, noch das andere. In diesem Fall wird die Ware (hier Kohle und Gemüse) an den Wegrand gelegt und liebevoll aufgebaut und bei einbrechender Dunkelheit wieder nach Hause getragen.


Der Vorgarten einer afrikanischen Familie. Wäscheleinen sind gespannt und die Kids spielen in der Sonne. Und – ein total altes, kaputtes Auto steht vor der Haustüre. Hier haben wir die ältesten und kaputt gemachtesten Autos überhaupt gesehen, doch auch diese erfüllen noch einen Zweck: entweder um es zu reparieren, in der Motorhaube zu grillen oder um Ersatzteile abzuschrauben und zu verkaufen.

Wenn ein Europäer das Wort Autopark hört, stellt er sich vermutlich einen riesigen Parkplatz mit mehreren tausend Autos vor. Ein Autopark (Car Park) in Uganda ist eine kleine Rasenfläche, auf welcher ca. 10-20 Autos Platz finden.


In Ruanda gibt es mehr, und wesentlich besser geteerte Straßen als in Uganda. Darum sieht man hier auch öfters einen Schubkarren. Dieser ist mit Zuckerrohr beladen.


Okay, das waren einige kleine Einblicke in die afrikanische Lebensweise. Zum Abschluss noch ein Sonnengang über Kabale.


Dienstag, 12. Mai 2009

Die Weihnachtsfeier von Compassion

Wie ihr sicher von den Rundbriefen wisst, hilft Steffi einmal die Woche bei Compassion mit. Die internationale, christliche Organisation zahlt zum Teil sehr armen und Waisenkindern eine Schulausbildung und jeden Samstag treffen sich die ca. 200 Kids, Teens und Jugendliche um verschiedene „Teachings“ zu bekommen, ein Frühstück und Mittagessen und je nach Mitarbeiter auch ein Spiel- und Sportangebot.
Im November letzten Jahres habe ich angefangen zu Compassion zu gehen und einer meiner ersten Aufgaben lautete: Beim nächsten Treffen ist eine Weihnachtsfeier, wozu die Verwandten eingeladen sind. Bereite mit den Teenagern etwas vor, was sie vorführen können. Achja, du hast 1 ½ Stunden Zeit, weil sie danach Feuerholz sammeln müssen. Da stand ich nun. Ich wusste, dass ich im Internet gut bekannte kleine Theaterstücke finden würde, auf Englisch übersetzten könnte und mit ihnen einüben. Auch englischsprachige Weihnachtslieder kenne ich, aber den ganzen Text auswendig? Da stand ich nun vor 25 Teens und musste von jetzt auf gleich etwas auf die Beine stellen. Wir Deutschen sind wirklich nicht (!) spontan!! Mit „viel Motivation“ auf Seiten der Kids habe ich, zusammen mit einer anderen, ebenfalls „sehr motivierten“ Mitarbeiterin geschafft, zwei Lieder einzuüben. Damit es nicht ganz so einfach klingt, habe ich meinen lieben Chris dazu überreden können, anfang Dezember mit mir in die Kathedrale zu kommen, um die Gruppe auf der Gitarre zu begleiten.
Es hat auch ganz gut geklappt. :-)
Der Gottesdienst war leider in Rukiga, sodass wir nichts verstanden haben, aber die Afrikaner haben sich gefreut, dass jemand Weißes dabei war.
Auf den Fotos seht ihr einige der Compassion-Kids. In Uganda sind an allen Schulen und Organisationen Uniformen Pflicht. Somit hat jeder einen dunkelblauen Rock bzw. kurze Hose und eine orangene Bluse an. An kalten Tagen ist es auch erlaubt, einen eigenen Pullover drüber zu ziehen.


Die kleinen Kids mit ihrem Song „Baby Jesus“.

Kurz vor dem Gottesdienst hat sich der Kirchenvorstand überlegt: „Mhmm.. jetzt so kurz vor Weihnachten kommen so viele Gruppen und es werden so viele Weihnachtsfeiern sein und die Kathedrale sieht nicht wirklich schön aus. Es wäre ganz gut, mal wieder zu streichen.“ Gesagt getan. Pünktlich zum Gottesdienst Beginn, fing auch der Malermeister an, die Katedrale zu streichen. Die Farbe roch so intensiv und stark, dass wir dachten, wir fallen gleich high und mit Kopfschmerzen von der Holzbank. Das war mal wieder typisch Afrika. :-) Habt ihr es schon mal in Deutschland erlebt, dass während einer Feier, das Gebäude noch gestrichen wird? :-)


Montag, 4. Mai 2009

Ein Besuch auf dem Markt

Heute möchten wir euch den Markt vorstellen. Wir erinnern uns noch sehr genau an unseren ersten Einkauf, der uns doch einen leichten Kulturschock verpasst hatte. ;-)
Hier gibt’s nur frisches Obst und Gemüse, welches nicht gespritzt ist. Woher wir das so genau wissen? Es gibt immer viele Schnecken, Raupen und sonstiges Kleintier gratis dazu, sodass man einige Zeit mit Gemüse waschen und Tierchen raus sortieren beschäftigt ist.
Aber da in der ugandischen Kultur die Verstorbenen im Garten beerdigt werden, wissen wir nicht, ob wir etwas Leichengift mit essen?! Wir hoffen ja mal nicht!

Ansonsten gibt es in Kabale einen kleinen Mark, in der Mitte der Stadt und einen großen Markt, am Ende der Stadt. Da muss man immer sehr, sehr lange laufen, um diesen zu erreichen.
Also – zuerst zum kleinen Markt!
Er besteht aus vielen kleinen Bretterbuden, welche auf dem Lehmboden errichtet wurden. Wenn es geregnet hat, stehen die kleinen Hütten inmitten einer See-ähnlichen Pfütze.


Die Auswahl ist nicht so groß wie in Deutschland, doch es gibt folgende Gemüsesorten zu kaufen: grüne Paprika, Tomaten, Kartoffeln, Bohnen, manchmal Blumenkohl oder Pilze, Zwiebeln, Knoblauch und Karotten. Zusätzlich noch das afrikanische Gemüse wie Avocados, Dodo, Auberginen und Süßkartoffeln.
Die Wagen sind, aus deutscher Sicht, museumsreif, da sie noch ganz altmodisch mit 2 Schalen und Gewichten funktionieren.Bei vielen Ständen bekommt man die Schale in die Hand gedrückt und darf sich selber (wie Steffi hier auf dem Bild) die schönsten Tomaten raus picken.

Diesem Mädchen kaufen wir meistens ein Körbchen Kartoffeln ab. Anfangs versuchte sie uns den doppelten Preis für Kartoffeln anzudrehen, doch sie hat dazu gelernt uns ist mittlerweile sehr ehrlich. An einem Tag kauften wir erst ein paar Kartoffeln bei ihr, gingen weiter und kauften am Schluss nochmal bei ihr Tomaten. Wir verließen den Markt und sie kam uns hinterher gelaufen. Ihrer Meinung nach hätten wir die Kartoffeln noch nicht bezahlt gehabt uns sollen dies doch bitte noch tun. Eigentlich vergessen wir nie etwas zu bezahlen, aber um Diskussionen aus dem Weg zu gehen gaben wir ihr das Geld. Als wir den Supermarkt verließen stand sie erneut vor uns und entschuldigte sich, da sie das Geld für die Kartoffeln von uns wiedergefunden hatte und so gab sie uns das Geld zurück. Schön oder?
Oft kommen Mütter mit ihren kleinen, wirklich sehr süßen Babys und halten dir die Hand des Babys hin. Wir grüßen meistens lieb, doch die Antwort der Mütter lautet: „He want's some money from you.“
An Obst gibt’s Passionsfrüchte, große und kleine Bananen, Physalis, Treetomatoes, Ananas und manchmal Wassermelone zu kaufen.Also ihr seht, das Nahrungsangebot und die Auswahl sind nicht so groß wie die in Deutschland. Aber es reicht. :-)

Dann geht’s mal weiter zum großen Markt. Auf dem tobt nur so das Leben. Jeder ruft, schreit, will deine Aufmerksamkeit und verkaufen. Kinder kommen um einmal Muzungus von der Nähe zu betrachten oder einmal die Haut der Weißen anzufassen.
Der große Markt ist ein einfacher Betonbau mit Dach. Rund herum gibt es viele kleine Shops und Bretterbuden, in denen man allerhand Sinnvolles und Zweifelhaftes kaufen kann.


Ja... und ein Stück Tier oder getrockneten Fisch (puuuuh, das riecht immer streng!) gibt’s auch zum Kaufen.

Vielen Dank für den Rundgang! :-) Wir hoffen, euch hat es gefallen im „afrikanischen Supermarkt“ shoppen zu gehen.

Samstag, 2. Mai 2009

Kabale - Lust auf eine Stadtrundfahrt?

Heute möchten wir euch gerne die Stadt Kabale vorstellen. Hier ein Blick von oben auf die Innenstadt.


Die ugandische Kleinstadt in 1867 Metern Höhe, hat 40.000 Einwohner und ist 430 Kilometer (8-9 Stunden Postbusfahrt) von Kampala entfernt.

Die von uns am häufigsten angelaufenen Orte sind die Bäckereien, Supermärkte und die Post.
Es gibt zwei Bäckereien: HotLoaf und Kigezi Pride Bread.

Hier ein Foto von Hot Loaf.


Als nächstes liegt die Post auf unserem Weg. Dort freuen wir uns sehr, wenn ein Päckchen oder Brief an uns ankommt.

Nicht weit entfernt ist der erste Supermarkt auf unserer Strecke. Im Royal Supermarkt kann man auch einige europäische Produkte einkaufen. (z.B. komisch aussehende Nut
ella für 9 Euro) Die Supermärkte der Stadt werden von Indern betrieben. Die meisten Produkte kommen aus Kenia oder Saudi-Arabien.


Zudem gibt es am Straßenrand viele kleine Shops mit Lebensmitteln...

... oder Matratzen, die nur aus Schaumstoff bestehen und nicht wirklich bequem sind (wir haben auch so eine) ...

... und für den kleinen Hunger zwischen durch, gibt’s immer viele Kinder, die sich freuen, wenn man ihnen eine Banane abkauft.

Aber es wird nicht nur frisches Obst angeboten. Ein beliebter Snack ist ein hart gekochtes Ei. Fliegende Händler gibt es in Kabale sehr, sehr viele. Einige bieten die Hühner zum Verkauf an. Diese sind an den Füßen zusammen gebunden und werden meistens mit dem Kopf nach unten getragen oder an den Lenker des Fahrrads gehängt. Der Mann hier auf dem Foto trägt sein Huhn sehr tierfreundlich. :-)

Hier ein kleiner Einblick in das Möbelgeschäft...

Lust auf Milch?

Oder ein paar Töpfe? (Im Hintergrund seht ihr die Moschee)


Hier ein kleiner Einblick von dem Treiben vor dem großen Markt. Jeder Ruft, jeder will verkaufen... es wird verhandelt usw.

Hier ein Foto vom zweitgrößten Supermarkt: Jamalys. Die Auswahl ist kleiner, aber bei einigen Produkten ist es günstiger hier einzukaufen. Bei Käse kann man zum Beispiel 1000 UGS sparen.

Hier die Hauptstraße Kabales mit seinen Geschäften.
Die Frau mit dem gelben Telefon ist so etwas, wie in Deutschland eine Telefonzelle. Sie kassiert das Geld und lässt dafür Ugander telefonieren. Natürlich gibt es keine Mülleimer. Dafür Müllberge, die allerhand Tiere und Gestank mit sich bringen. Leider sieht man fast jedes Mal Kinder und Erwachsene Essensreste suchen und essen. Für manche Menschen ist das alles, was sie haben.
Wir glauben, das Gefährlichste in Uganda ist der Besuch in der Stadt. Autos, Motorräder und Fahrrad-Taxis rasen durch die Straßen, ohne Rücksicht auf Verluste. Ausgewichen werden nur Schlaglöchern! Das wars.

Zudem muss man genau aufpassen, wo man hinläuft, da die Abwasserrinne direkt neben dem Bügersteig verläuft und entweder nicht abgedeckt ist, oder mit so losen Platten, wie man es hier auf dem Foto sehen kann.


Nach einem Marsch von meist über eineinhalb Stunden müssen wir den Berg zur Universität hinauf. (Wir wohnen außerhalb des Stadtzentrums, auf dem Rugarama-Berg)
Dieser letzte Teil eines Stadtgangs ist der anstrengendste.
Hier einige Abschnitte unseres langen Weges, zurück nach Hause.



Unterwegs wird immer viel gegrüßt, die Kinder rufen aufgeregt „Muzungu, Muzungu!“ und einige neugierige Ugander, gehen auch gerne einmal mit einem Weißen auf ein Foto!
Kühe, Ziegen und Schafe trifft man auch sehr, sehr viele am Wegrand. Hier gibt es keine extra Weiden oder einzäunte Gehege... die Tiere laufen rum wo sie Lust haben und eben dort, wo sie etwas zu Essen finden.

Der Weg geht weiter, den Berg hoch...

Nach den letzten 2 Hügeln haben wir es dann geschafft und wir sehen die Uni, auf deren Campus auch unser kleines Faith House II steht. :-)

Donnerstag, 30. April 2009

Rugarama Hospital

Im 4. Rundbrief hatten wir ziemlich viel über das Rugarama Hospital geschrieben. Dieses Krankenhaus ist der Ort, an dem Isa&Christian 9 Monate gearbeitet haben und an dem Christian für drei Wochen lang, im Dezember 2008 ein Praktikum gemacht hat.Seit Januar bietet Steffi jeden Donnerstag eine Kinderstunde für „Jung und Alt“ und „Krank & Gesund“ an.

Da es für alle, die noch nie in Uganda waren, sehr schwer ist, sich ein Krankenhaus vorzustellen möchten wir euch in diesem Blogeintrag zu einer Besichtigung einladen. :-)

Das Rugarama Krankenhaus ist - für Afrika – gut ausgestattet.

Hier als erstes die Außenansicht.


Tretet ein, der Wachmann am Tor macht euch nichts! ;) In Uganda ist es normal, dass fast überall und fast jeder einen Wachmann (oft mit großem Gewehr) hat.


An der Rezeption vorbei, bei der man 3000 UgS (ca. 1,50 Euro) zahlt...


...um im Wartezimmer auf Holzbänken Platz nehmen zu dürfen......

Das Hospital ist von der Diozese und somit beginnt hier der Arbeitstag mit Gesang, Gebet und einer Morgenandacht. Diese wird immer in Rukiga übersetzt, da auch viele Patienten zuhören und es ja schade wäre, wenn diese nichts verstehen. Diese Morgenandacht findet im Wartezimmer statt.

Nach dem Warten gehts ins Behandlungszimmer, von welchem es einige gibt.

Je nach Beschwerden oder Anzeichen wird man ins Labor weiter geschickt, um sich auf HIV, Malaria, Brucelose, Typhus, Hepatitis, Schwangerschaft und sehr vieles mehr testen zu lassen.

Entweder bekommt man dann Medikamente verschrieben, die man gleich in der Apotheke neben dem Wartezimmer kaufen kann...



...oder man wird eingewiesen und darf entweder im Männer- oder Frauenward einige Tage/Wochen... in einem Bett liegen.



Diese Zimmer sind ziemlich eng, ein Bett ist neben dem anderen und es riecht recht streng. Anders als in Deutschland gibt es hier nicht die Krankenschwester, wie wir sie von deutschem Standard her kennen. Hier kommen die Verwandten und kümmern sich um den Patient. Sie rollen ihre Bastmatte aus und schlafen neben dem Bett des Kranken, waschen ihn, seine Kleidung, kochen und füttern ihn. Dementsprechend wimmelt es nur so von Menschen, weil jeder Patient seine Angehörigen dabei hat. Insgesamt gibt es 80 Betten.

Nun habt ihr das Erdgeschoss kennen gelernt. Wie wäre es, Fred im Augenzentrum zu besuchen?

Hier werden nicht nur Sehtests und graue-Star-Operationen durchgeführt, nein, Fred (Augenarzt) stellt auch Brillen her. Die meisten sind (aus unserer Sicht) etwas altmodische Brillen, aber „Hauptsache man sieht wieder was“ (Fred).

In einem extra Gebäude auf dem Krankenhausgelände befindet sich das „Dental Departement“: Die Zahnklinik.


Hier arbeitet Colin. Die Ausstattung kommt aus Europa und ist überraschend gut. Auch Gebisse etc. kann man sich hier machen lassen.


Hinter dem Hauptgebäude befindet sich die Kinderstation.

Hier gibt es einen Raum, in dem „Frühchen“ im Brutkasten Überlebenschancen erhalten. Wir haben beide noch nie in unserem Leben so winzig, kleine Babys gesehen. Faszinierend, diese kleinen Geschöpfe. :-)


Einen Raum in dem Kinder zur Welt gebracht werden und 3 Räume, in denen die Betten für die kranken Kids stehen, findet man hier im Kindergebäude.

Neben dem Kindergebäude ist eine Milchküche, in der für die mangelernährten Kinder Milch mit Öl gekocht wird.


Es gibt ziemlich viele mangelernährte Kinder, darum gibt es eine Mitarbeiterin hier, die einmal in der Woche einen Unterricht für Mütter anbietet, bei dem sie erklärt, wie und mit welchen Zutaten sie kochen können/sollen. Zusätzlich gibt es mittwochs eine Kochveranstaltung, bei der man praktisch das Kochen lernen kann.

Hinter der Kinder-Krankenstation befindet sich der Playroom. Ein Spielraum für die kranken Kinder. Hier gibt es viele schöne Spielsachen und auch der Raum ist sehr schön.




Außerhalb ist eine große Grünfläche, auf der sich die ganzen Angehörigen aufhalten, die Wäsche trocknen, schlafen... Es gibt auf dem Gelände auch eine Outdoor-Küche, wo Familienmitglieder für die Kranken auf kleinen Stöfchen kochen können.



Wir hoffen, ihr könnt euch nun etwas vorstellen, wie das Rugarama Hospital aussieht und euch hat der Rundgang gefallen. ;-)

Beim Austreten erwarten euch bereits Boda-Fahrer, die euch in die Stadt bringen wollen, aber wir gehen links den Berg hinauf, welchen sie nicht schaffen mit ihren Rädern zu erklimmen.;)


Montag, 27. April 2009

Besuch bei Christian im Trinity College

Das ist Christian. Sie ist 26 Jahre alt, unsere Nachbarin, Freundin, ehemalige Rukiga-Lehrerin und Deutschstudentin und die ehemalige Helferin von Scheitackers.

Für zwei Jahre hat sie bei Scheitackers im Haushalt geholfen und als Dank & Bezahlung, finanzieren Scheitackers ihr eine Schulausbildung. In der Klasse S4 (vergleichbar mit der 10. Klasse in Deutschland) musste sie ihre Schulausbildung stoppen und konnte somit die Secondary-School (Mittelstufe) nicht beenden.In Uganda gibt es die Grundschule (Primary School), welche von P1 bis P7 geht. Danach besucht man, wenn man das nötige Geld dazu hat die Secondary School. Diese geht von S1 bis S6.Danach hat man seine Schulausbildung beendet und kann sich für eine Ausbildung oder ein Studium bewerben.

Christians Wunsch war es, eine abgeschlossene Schulausbildung zu erhalten, worauf sie im Trinity College angemeldet wurde. In Uganda sind die weiterführenden Schulen Internate. Die Schüler dürfen nur mit einer Erlaubnis und ihrer Schuluniform das Schulgelände verlassen, was sehr selten vorkommt. An den Schulen gelten sehr strenge Regeln. Eine der Regeln: Haare ab!

Zudem herrscht noch eine strikte Trennung in Mädchen- und Jungenschulen.
Erkennt ihr sie wieder? Christian ohne ihre Haare und in Schuluniform.

Der Besuch am Tag der offenen Tür am Samstag, den 21. März, war ein Erlebnis, welches uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Greiners, ein älteres deutsches Ehepaar, fuhren Scheitackers, Margret und uns zum College. Dort angekommen fragten wir einige Mädchen nach Christian und warteten in der Collegekirche, in der sich das Leben abspielte.
Dann kam Christian in die Kirche, sah uns sofort und kam gleich auf uns zu. Wir beide haben sie nicht mehr wieder erkannt. Zum einen hat sie jetzt eine Brille und zum anderen keine Haare mehr. Das macht sie ca. 10 Jahre jünger... Die Begrüßung war so herzlich und die Freude von Christian über unseren Besuch so groß, dass auch wir fast angefangen hätten mit zu weinen. Als erstes hat sie sich die zwei Kinder (Tabea und Jonathan) auf den Arm geladen und ganz lange nicht mehr losgelassen. Auch das Wiedersehen mit Margret war für sie etwas so besonderes und kostbares. So eine tiefe Freude mitzuerleben ist total faszinierend. Christian hat zwei Jahre so eng mit Scheitackers zusammen gelebt, jeden Tag die zwei Kids um sich gehabt und das letzte Jahr mit Margret (die beiden sind schon lange beste Freunde) jede Minute des Tags geteilt.

Danach gab sie uns eine Führung durch die Schule.

Zuerst ging es in die Klassenräume. Für uns Europäer ist es erschreckend zu sehen, wie groß in Uganda eine Klasse ist. Oft sind über 100 Kinder in einer Klasse. Zudem fanden wir die kleinen Bänke, welche wir aus Heimatkunde-Museen kennen, hier in Benutzung wieder.
Da in den Schlafräumen kein Platz für Schreibtische vorhanden ist und es zudem keinen Aufenthaltsraum gibt, ist die einzige Möglichkeit die Hausaufgaben und das Lernen im Klassenraum zu erledigen, welche auch nach dem Unterricht noch geöffnet sind.
Das viele und lange Lesen fällt Christian etwas schwer, da die Räume sehr dunkel sind und sie Probleme mit ihren Augen hat.


Auch wir wollten uns nochmal wie Schulkinder fühlen und die Bänke testen. :-)


Der Schulhof ist schön gestaltet und hat viele Grünflächen und Blumen.
Da es aber nicht genug Wäscheleinen gibt und Samstags der Waschtag ist, wird die Wäsche auf dem Rasen zum trocknen ausgebreitet.


Hinter den Klassenräumen sahen wir dann die Mädels bei der Arbeit! Wow... so viel Wäsche auf einmal?! Links endet leider das Foto schon, aber die Wäscheleine geht noch 3 mal so lang weiter. Christian erklärte uns, dass jeder seine Kleidung mit Edding beschriftet, da sie sonst geklaut wird oder man sie unmöglich wiederfinden kann.
Das Schuh-Trocken-System hat uns besonders gut gefallen. :-)
Schuhe werden auf Metallstangen, die aus dem Boden rausstehen, aufgespiest.


Danach durften wir einen Blick in die Küche werfen. Es ist immer noch und immer wieder faszinierend, die riesigen Töpfe und Holzlöffel, sowie die Massen an Maisbrei und Bohnen zu sehen.

Danach ging es zum Schlafgebäude der Mädchen. Da noch ein bisschen gearbeitet wird, wurde das Holzgerüst noch nicht abgebaut. Der grüne Haufen ist Kohl.
Bevor wir den Schlafsaal betraten sagte uns Christian, dass sie sich mit 50 anderen Mädels ein Zimmer teilt. Aus Europäischer Sicht undenkbar, hier in Uganda normal. Es würde sehr viel kosten, wenn sie mehrere Gebäude bauen müssten. Da Ugander nicht gerne alleine in einem Zimmer schlafen und andere Verhältnisse gewohnt sind, ist für sie dieses Massen-Schlaflager kein Problem.

Wir gingen durch einen sehr dunklen Gang mit Gittertüren zu unserer rechten Seite. Es machte auf uns eher den Eindruck, als würden wir ein Gefängnis besichtigen und nicht eine Wohnhalle, aber wir Europäer sind einfach zu verwöhnt. ;-)

Im Zimmer angekommen waren wir doch leicht schockiert. Platz zum Laufen war nur in schmalen Gängen möglich. Zum ersten mal sahen wir Dreistockbetten. Ein Bett neben dem anderen! Einen Schrank oder Fächer? Gibt es nicht. Erstaunt fragten wir nach, wo sie denn ihre Wäsche, ihre Hefte, Bücher usw. verstauen würden. Die Mädels zeigten auf eine Box, welche am Fußende, in dem sehr schmalen, kleinen Bett platziert war. Alles Hab und Gut muss mit ins Bett.
Die Mädels, welche ihr Bett ganz oben haben, können sich aufrecht hinsetzten oder auch mal auf dem Bett stehen, aber für die Mädels in den zwei unteren Etagen, ist aufrechtes, auf dem Bett sitzen, unmöglich.


Das unterste der 3 Betten, ist der Schlaf- und Wohnplatz von Christian.

Ein Blick durch den Raum und wir fragten uns... sind das wirklich „nur“ 50 Schlafplätze? Nachdem wir die Betten einmal durch gezählt hatten, staunte auch Christian nicht schlecht, als sie erfuhr, dass sie mit 86 anderen Mädels ein Zimmer teilt.


Guild President election

Von Freitag, den 20. Februar bis Sonntag den 22.02.09 war große Aufregung, Geschrei, Gejubel, Getanze, laute Musik usw. an der Universität.
Es standen Wahlen zum Guild President (Präsident der Schülervertretung) an.
Dieses Ereignis brachte mit sich, dass der Universitäts Campus von schreienden Anhängern und lautem Gesang erfüllt war. Selbst wir in unserem etwas abgelegenen Häuschen waren über den Lärm erstaunt und mussten uns das Spektakel anschauen.

Im Vorfeld hörten wir bereits von Bestechungsversuchen. Die Kandidaten boten Studenten Geld oder Lebensmittel an, sodass diese den Kandidaten wählen würden. Ein Kandidat soll mehr als 3 Millionen Uganda Schilling ausgegeben haben. „Warum?“ fragt ihr euch jetzt bestimmt. Der Guild President wird auf ein Jahr gewählt in dieser Zeit muss er keine Schulgebühren zahlen (was etwa eine Million UGS ist), darf verschiedene Sitzungen außerhalb besuchen ohne Transportkosten zahlen zu müssen und verfügt über einen Etat von ca. 15 Million UGS um Veränderungen an der Uni vornehmen zu können.

Hier einmal die drei Kanditaten.

Philemon
Er wurde Letzter.


Milliam
Sie erreichte den zweiten Platz.
Sie ist verheiratet und hat Kinder, ist aber dennoch Studentin am BBUC.


Bismarck, der Gewinner

Wachmänner mit Gewehren waren aufgestellt, die dafür verantwortlich waren, bei Aufständen für Ruhe zu sorgen.

Feierlich zogen die drei Kandidaten ein – in Minubussen mit lauter Musik oder auf einem Lastwagen mit Lautsprecherboxen.
Der Geräuschpegel war jedenfalls sehr laut.


Ja... man sieht vor lauter Studenten den LKW nicht mehr...

Nach den Ansprachen der Kandidaten und ihre Versprechen folgte am nächsten Tag die Wahl. Der Prozess zog sich über mehrere Stunden und dann wurde per Hand ausgezählt und für alle sichtbar auf eine Tafel aufgeschrieben.

Für die Fanclubs war das lange Warten jedoch kein Problem. Die hatten sichtbar gute Laune.


Der Kandidat Bismarck gewann vor einer weiblichen Kandidatin. Allerdings blieb der Auszählungsprozess nicht ohne Zwischenfall. Unser Freund Didas, der das Team von Bismarck unterstützte, bemerkte, dass der weiblichen Kandidatin auf dem zweiten Platz vier Stimmen zu viel berechnet wurden und so durchbrach er die Absperrung und zählte noch einmal laut vor. Sofort kamen die Polizisten mit ihren Waffen auf ihn zu, doch geschossen wurde zum Glück nicht! Didas Rechnung stimmte, doch es änderte jedoch nichts an dem klaren Sieg von Bismarck.

So viel Wirbel und Aufwand wegen einem Schülerpräsidenten? Das hätten wir nicht gedacht, doch wir sahen es ja mit eigenen Augen.

Andere Länder, andere Sitten... :-)